35 Millimeter

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Das Retro Film Magazin

Bremen: Ausstellung und begleitendes Stummfilmprogramm im City 46

Von der Künstlerin Mary Reid Kelley gibt es seit 10. September 2016 und noch bis zum 19. Februar 2017 eine Ausstellung in der Kunsthalle Bremen mit einem vierteiligen Zyklus über Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg zu bestaunen. Sie mischt dabei die Aufnahmen, welche aus Zeichnungen oder Stop-Motion-Animationen bestehen und mit Gedichten kombiniert werden. Die Kunsthalle dazu: „Mit betont übersteigerter Künstlichkeit in Sprache und Bild untersucht Reid Kelley, wie radikal sich einschneidende historische Ereignisse in den Wandel von Identitäten, Geschlechterrollen, Verhalten, Sexualität und Sprache eingeschrieben haben.“

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Begleitend dazu wird es am jeweils letzten Samstag im Monat im September, Oktober und November und einer Vorstellung am 17. Dezember im City 46 eine Vorstellung eines ausgewählten Stummfilms geben. Die Filme sind wohl nach dem Ersten Weltkrieg entstanden, aber Besucher der Ausstellung erhalten gegen Vorlage des Tickets bzw. eines Mitgliederausweises den ermäßigten Kinoeintritt und umgekehrt.

 

Weitere Informationen zu den Filmen gibt es auf der Homepage des Veranstalters:
http://www.city46.de/programm/september-2016-uebersicht/stummfilm.html

Manuel Föhl

„90 Jahre Science-Fiction“ – Caligari Wiesbaden zeigt neun bedeutende Genrevertreter

Vom 03. bis 31. Oktober wird im Wiesbadener Kino Caligari dem Science-Fiction-Genre eine Bühne geboten. Neun ausgewählte Filme, die vom ersten Film, Fritz Langs Stummfilm DIE FRAU IM MOND (1929), bis zu Andrzej Zulawskis DER SILBERNE PLANET (Na srebrnymglobie – 1988) aus Polen reichen. Kuratiert wurde die Reihe von Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger. Die 90 Jahre sind dabei nicht zufällig ausgewählt, feiert das Wiesbadener Kino selbst doch dieses Jahr am 21. Dezember seinen 90. Geburtstag.

 

fim1Das komplette Programm:

 

Die Frau im Mond                                             03.10.2016           19:00

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)             06.10.2016           18:00

Die Dämonischen                                              10.10.2016           20:00

2001 – Odyssee (2001: A Space Odyssee)   14.10.2016           20:00

Solaris                                                                  17.10.2016           20:00

Der silberne Planet (Na srebrnymglobie)       21.10.2016           20:00

Brazil                                                                    24.10.2016           20:00

Terminator (The Terminator)                          28.10.2016           20:00

Matrix                                                                  31.10.2016           20:00

 

Manuel Föhl

Universals Monsterverse: Dracula doch dabei?

Wir berichteten schon oft in den letzten Monaten über Universals Pläne, seine alten Horrorikonen wieder auf die Leinwand zu bringen – typisch für die heutige Zeit in einem gemeinsamen ‚Cinematic Universe‘, wo die Einzelfilme in derselben Welt spielen und sich möglicherweise auch überschneiden. Dieses Konzept adaptiert man nicht nur von aktuellen Erfolgen der Marvel-Comicverfilmungen, sondern es war auch schon bei den Originalfilmen wie FRANKENSTEINS HAUS (House of Frankenstein – 1944) Thema.

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Der Film DRACULA UNTOLD (2014), eine Art Prequel der Dracula-Geschichte, galt ursprünglich als Startschuss zu dieser neuen Monster-Franchise von Universal, doch das enttäuschende Ergebnis an den Kinokassen führte wohl dazu, dass man den Film eher außen vor lässt.
Luke Evans, der im Film die titelgebende Rolle innehatte, gab nun in einem Interview zu verstehen, dass seine Beteiligung aber noch nicht vom Tisch sei:

“There have been talks and conversations. I think the bigger picture is exciting for all the monsters that they own. There is talk about it. I just don’t know how it will all manifest itself. I think it will happen and I think they’re just working out how these monsters interact and how they end up in the same realm with eachother. If they can stick Captain America in a scene with Iron Man and Thor, I think you can definitely put Wolf Man, the Invisible Man, The Mummy and Dracula in the same film aswell.”

Manuel Föhl

Komplettboxen von FRANKENSTEIN und DER WOLFSMENSCH in Amerika erschienen

Vor kurzem veröffentlichte Universal in den USA jeweils eine Komplettbox für ihre ikonischen Figuren Frankenstein und Wolfsmensch. Auf insgesamt je acht Discs findet man alle Filme, in denen die Figuren mitgespielt haben. Beim Kauf beider Boxen hat man somit den Fall, dass man Filme wie FRANKENSTEIN TRIFFT DEN WOLFSMENSCHEN (Frankenstein meets the Wolf Man – 1943) oder FRANKENSTEINS HAUS (House of Frankenstein – 1944) doppelt besitzen wird.

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Für deutsche Fans gibt es hierzu eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass laut bisheriger Informationen die Blu-rays codefrei sind, also auch problemlos auf Blu-ray-Playern hierzulande abspielbar sind. Die schlechte für Fans der Synchronisation, dass man weniger überraschend natürlich jeweils nur die Originalspur der Filme auf den Scheiben findet.
Ob eine ähnliche Veröffentlichung der Filme auch hierzulande geplant wird, ist bisher nicht bekannt. Ein Vorbild könnte die Veröffentlichung von DER UNSICHTBARE sein, die vor kurzem von Turbine Media alle sechs Filme in Deutschland in einer Box mit ausführlichem Booklet ihren Fans bescherte.

Manuel Föhl

ZWÖLF UHR MITTAGS bekommt ein Remake

Während aktuell DIE GLORREICHEN SIEBEN (The Magnificent Seven – 1960) ihre Rückkehr ins Kino feiern, soll auch ein weiterer Western-Klassiker auf die große Leinwand zurückkehren: ZWÖLF UHR MITTAGS (High Noon – 1952). Anders als das Original soll der Film aber in der Jetztzeit angesiedelt sein und das Szenario an einer von Kartellen kontrollierten Grenze zwischen Mexiko und den USA ausspielen:

Es ist der Tag seiner Hochzeit, an dem sich Sheriff Kane entscheiden muss, ob er sich der Rache des gefürchteten Mörders Miller stellen soll oder dem Bitten seiner jungen Frau Amy nachgeben und die Stadt verlassen soll.

Das damalige Original wurde von Fred Zinnemann inszeniert und konnte vor der Kamera unter anderem schauspielerische Schwergewichte wie Gary Cooper, Gene Kelly, Lon Chaney jr. und Lloyd Bridges versammeln. Ein besonderer Clou des Films war, dass er in Echtzeit erzählt wurde. Der Stellenwert des Films ist bis heute ungebrochen. Vom American Film Institute wurde das Werk 2007 auf Platz 27 der 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten gesetzt.

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Ob dem ein Remake gerecht werden kann? Mit der Veränderung des Grundszenarios entfernt man sich zumindest schon deutlich vom Original. Es bleibt abzuwarten, inwiefern man sich bei der Figurenzeichnung am Original orientieren wird und ob die Erzählung wieder in Echtzeit stattfinden wird.

Manuel Föhl

DER MÜDE TOD auf Blu-ray erschienen

Während in Deutschland Fritz Langs DER MÜDE TOD (1921) nur auf DVD erschienen ist – wir hatten diese DVD in Ausgabe #14 ausführlich vorgestellt – hat man dem Werk nun im amerikanischen Ausland eine Blu-ray spendiert.

 

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Unter dem englischen Titel „Destiny“ wurde der Film dort vom Label ‚Kino Lorber‘ hochauflösend in den Handel gebracht. Die Zwischentitel wurden hierbei auf Deutsch belassen, was nicht immer so gehandhabt wird. Der Haken an der Veröffentlichung ist, dass die Disc US-üblich mit Ländercode A versehen ist. Für den europäischen Markt und für europäische Player sind in der Regel nur Blu-rays mit Ländercode B abspielbar.

Für den deutschen Zuschauer gleicht es eher einer Farce, dass ein deutscher Film, der mit Fördermitteln von hier restauriert wurde, hierzulande nur auf DVD erscheint. Abhilfe könnte aber die Ankündigung seitens des englischen Labels Eureka Entertainment schaffen, die angekündigt haben den Film als Teil ihrer Masters-of-Cinema-Reihe zu veröffentlichen. Wann und wie genau steht aber noch nicht fest.

 

Manuel Föhl

Retrospektive der Nordischen Filmtage begibt sich dieses Jahr in fremde Welten

Auch dieses Jahr bieten die Nordischen Filmtage in Lübeck, vom 02. bis 06. November, neben ihrem abwechslungsreichen Hauptprogramm eine Retrospektive an. Diese läuft in diesem Jahr unter dem Titel „In fremden Welten – In Different Worlds“. Dabei sollen Filme aufgegriffen werden, in denen sich Skandinavier aufmachten, um fremde Länder zu entdecken und zu erkunden.

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So wird es als Stummfilmevent MIT SVEN HEDIN DURCH ASIENS WÜSTEN (1929) zu entdecken geben.

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In dem Film wurde der schwedische Forscher Sven Hedin 1927/28 von dem Kameramann Paul Lieberenz auf seiner Expedition durch Innerasien von Peking nach Urumtschi begleitet. Anlass der Expedition waren die Pläne von Lufthansa, eine direkte Fluglinie zwischen Berlin und Peking zu installieren. Deshalb mussten meteorologische Beobachtungen gemacht werden, Wetterstationen aufgebaut und das Gelände auf geeignete Flugplätze untersucht werden. Es sind aber weniger die Forschungen, die im Mittelpunkt des Filmberichts stehen, als vielmehr die vorwärtsziehende Karawane, die neben den insgesamt 27 Forscher aus nicht weniger als 300 Kamelen und zahlreichen Helfern bestand. Als Höhepunkt des Films gilt ein dramatischer Sandsturm.
Lotte Eisner meinte zu dem Film damals: „Dieser Expeditionsfilm mit Sven Hedin durch die Wüsten bedeutet mehr als eine Schau schöner Bilder. In der Wiedergabe des dokumentarischen Vorgangs ist er von der Spannung erfüllt, die nur Tatsachen geben können.“

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Ein weiterer Film der Retrospektive wird WINDJAMMER (1957/58) von Louis de Rochemont sein, ein Werk über eine Atlantikreise mit dem Segelschulschiff ‚Christian Radich‘. Des Weiteren werden auch aktuelle Dokumentationen aus den letzten Jahren gezeigt. Begleitend zur Retrospektive wird auch zum dritten Mal das »Lübeck Film Studies Colloquium« organisiert, das sich an (Film-)Wissenschaftler und Studenten richtet.

Manuel Föhl

Nachruf in eigener sache

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Unser Redaktionsgründungsmitglied Sabine Tews ist am 04.07.2016 nach kurzer, aber sehr schwerer Krankheit von uns gegangen.

Sabine wurde 1963 in St. Wendel geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften war sie als Richterin am Landgericht, am Familiengericht und am Betreuungsgericht Saarbrücken eingesetzt. Die ihr anvertraute richterliche Gewalt hat sie behutsam und mit großem Pflichtbewusstsein gehandhabt. Dieses Pflichtbewusstsein zeichnete auch ihre Arbeit für das 35 Millimeter-Magazin aus, an dessen Erfolg sie zusammen mit dem Chefredakteur und der Autorin von Anfang an geglaubt hat.

Privat verband uns unsere Leidenschaft für den klassischen und den modernen Film. Ihre tatkräftige Unterstützung und ihr Engagement wird der Redaktion fehlen, mir persönlich zudem die Kinobesuche, die mit Sabine immer ein Erlebnis waren. Unvergessen bleiben auch die gemeinsamen Teestunden in der Baker Street.

Wir verlieren eine gute Redakteurin und einen besonderen Menschen, den wir vermissen werden.

Annette Gieseking