35 Millimeter

35 Millimeter

Das Retro Film Magazin

VICTOR SJÖSTRÖM – FILM CAN BE ART

35 Millimeter – In eigener Sache

Die 35 MILLIMETER-BUCHREIHE #1:

VICTOR SJÖSTRÖM – FILM CAN BE ART

Mit Hochdruck arbeiten wir an unsrer ersten Buchveröffentlichung, die über unseren Verlag erscheinen soll. Angekündigt hatten wir den Titel bereits für Oktober. Die Verhandlungen zu den von uns ausgewählten Fotos für das Buch gestalten sich jedoch schwieriger als erwartet – wir werden jedoch noch diese Woche eine Lösung finden.

Das Buch wird noch im November in Druck gehen, so dass wir auf jeden Fall noch vor Weihnachten an alle Vorbesteller ausliefern können.

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Zu dieser Publikation schreibt der Autor Jens Dehn:

„Das vorliegende Buch – der erste Band einer neuen filmhistorischen Reihe des 35 Millimeter-Verlags, die sich dezidiert den ersten 70 Jahren Filmgeschichte widmet – soll ein Entree zum Werk Victor Sjöströms bieten. Neben Übersichten zur Biografie des Regisseurs und seinen Anfängen bei der Produktionsgesellschaft Svenska Bio (später Svensk Filmindustri) geben Kapitel zu bevorzugten Themen und Inszenierung Einblick in seine Regiearbeit. Sein Ausflug nach Hollywood stellt eine Zäsur dar, Sjöström musste sich an eine Arbeitsweise anpassen, die ihm unbekannt war. Zudem konnte er nicht auf seine vertrauten Mitarbeiter zurückgreifen. Seine amerikanischen Filme werden daher in einem gesonderten Abschnitt behandelt, ehe eine kommentierte Filmografie den Abschluss bildet.

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Der 35 Millimeter-Verlag hat es sich auf die Fahnen geschrieben, dem Vergessen der ersten Jahrzehnte Filmgeschichte entgegenzuwirken. Die frühe Zeit des Films bis in die 1960er Jahre hinein soll mit dieser Buchreihe wieder ins Bewusstsein der filminteressierten Leser rücken. „VICTOR SJÖSTRÖM – FILM CAN BE ART“ macht den Anfang und stellt einen Filmemacher vor, dessen dezente Schauspielführung und naturalistische Regie eine neue Filmsprache prägten.“

Die Redaktion

 

Intrada veröffentlicht Elmer Bernsteins Score zu DIE ZEHN GEBOTE in umfangreicher Box

Cecil B. DeMilles Verfilmung des Lebens von Moses aus dem Jahr 1956 – und damit ein Remake seines eigenen Stummfilms aus dem Jahr 1923 – gehört immer noch zu einem der berühmtesten Monumentalfilme der Filmgeschichte. Wie es sich für einen derartigen Film gehört, bekam der Film auch seinerzeit eine brachiale und mittlerweile ikonische Filmmusik von Elmer Bernstein spendiert. Das amerikanische Label Intrada veröffentlichte nun diese Musik in einer aufwendigen Box.

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In dem Set findet man u.a. zum ersten Mal die komplette Filmmusik des Films. Auf insgesamt drei der sechs CDs verteilt sich die komplette Partitur als Originalkomposition in – und das auch zum ersten Mal – Stereo. Zu entdecken gibt es auch musikalische Sequenzen, die es seinerzeit nicht in den fertigen Film geschafft haben. Der Rest der Box frönt den bisherigen Veröffentlichungen. CD 4 präsentiert das ursprünglich einstündige Album, welches 1957 in Mono veröffentlicht wurde. Auf CD 5 findet man eine Neuaufnahme von 1960, die damals hergestellt wurde, um die Musik auch in Stereo veröffentlichen zu können. Die letzte CD präsentiert eine Veröffentlichung von 1966, bei der Bernstein neue Arrangements der Musik nutzte. Dazu gibt es noch ein 60-seitiges Booklet mit Fotos der Originalcover und Anmerkungen zur Musik.

 

Zu kaufen gibt es die Box direkt bei Intrada oder bei dem deutschen Händler Chris Soundtrackcorner: http://www.soundtrackcorner.de/the-ten-commandments-p7449.htm

Manuel Föhl

DIE GEBURT EINER NATION nun in Farbe erhältlich

D.W. Griffiths umstrittenes Meisterwerk Die Geburt einer Nation (The Birthof A Nation – 1915) ist vor kurzem in einer kolorierten Version veröffentlicht worden. Die DVD, “The BirthOf A Nation: The Colorized Version,” gibt es bei Createspace.com, einer Tochtergesellschaft von Amazon.

Es wird dort ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Änderungen ohne Beteiligung jedweder Mitglieder des Produktionsteams – von denen auch niemand mehr leben dürfte – angefertigt wurden.

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DIE GEBURT EINER NATION überzeugt auch heute noch mit seinen technischen und narrativen Mitteln, doch wie schon zur Entstehungszeit bleibt die Darstellung farbiger Menschen sehr fragwürdig.

Der Titel des Films ist dieses Jahr wieder in aller Munde, da Regisseur und Schauspieler Nate Parker einen gleichnamigen Film veröffentlicht hat bzw. in Deutschland noch veröffentlichen wird, der als eine Art Gegenentwurf zu Griffiths teilweise rassistischem Film gesehen werden kann. Die Geschichte wird hier aus der Sicht eines Sklaven im Süden Amerikas erzählt.

 

Manuel Föhl

Bremen: Ausstellung und begleitendes Stummfilmprogramm im City 46

Von der Künstlerin Mary Reid Kelley gibt es seit 10. September 2016 und noch bis zum 19. Februar 2017 eine Ausstellung in der Kunsthalle Bremen mit einem vierteiligen Zyklus über Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg zu bestaunen. Sie mischt dabei die Aufnahmen, welche aus Zeichnungen oder Stop-Motion-Animationen bestehen und mit Gedichten kombiniert werden. Die Kunsthalle dazu: „Mit betont übersteigerter Künstlichkeit in Sprache und Bild untersucht Reid Kelley, wie radikal sich einschneidende historische Ereignisse in den Wandel von Identitäten, Geschlechterrollen, Verhalten, Sexualität und Sprache eingeschrieben haben.“

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Begleitend dazu wird es am jeweils letzten Samstag im Monat im September, Oktober und November und einer Vorstellung am 17. Dezember im City 46 eine Vorstellung eines ausgewählten Stummfilms geben. Die Filme sind wohl nach dem Ersten Weltkrieg entstanden, aber Besucher der Ausstellung erhalten gegen Vorlage des Tickets bzw. eines Mitgliederausweises den ermäßigten Kinoeintritt und umgekehrt.

 

Weitere Informationen zu den Filmen gibt es auf der Homepage des Veranstalters:
http://www.city46.de/programm/september-2016-uebersicht/stummfilm.html

Manuel Föhl

„90 Jahre Science-Fiction“ – Caligari Wiesbaden zeigt neun bedeutende Genrevertreter

Vom 03. bis 31. Oktober wird im Wiesbadener Kino Caligari dem Science-Fiction-Genre eine Bühne geboten. Neun ausgewählte Filme, die vom ersten Film, Fritz Langs Stummfilm DIE FRAU IM MOND (1929), bis zu Andrzej Zulawskis DER SILBERNE PLANET (Na srebrnymglobie – 1988) aus Polen reichen. Kuratiert wurde die Reihe von Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger. Die 90 Jahre sind dabei nicht zufällig ausgewählt, feiert das Wiesbadener Kino selbst doch dieses Jahr am 21. Dezember seinen 90. Geburtstag.

 

fim1Das komplette Programm:

 

Die Frau im Mond                                             03.10.2016           19:00

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)             06.10.2016           18:00

Die Dämonischen                                              10.10.2016           20:00

2001 – Odyssee (2001: A Space Odyssee)   14.10.2016           20:00

Solaris                                                                  17.10.2016           20:00

Der silberne Planet (Na srebrnymglobie)       21.10.2016           20:00

Brazil                                                                    24.10.2016           20:00

Terminator (The Terminator)                          28.10.2016           20:00

Matrix                                                                  31.10.2016           20:00

 

Manuel Föhl

Universals Monsterverse: Dracula doch dabei?

Wir berichteten schon oft in den letzten Monaten über Universals Pläne, seine alten Horrorikonen wieder auf die Leinwand zu bringen – typisch für die heutige Zeit in einem gemeinsamen ‚Cinematic Universe‘, wo die Einzelfilme in derselben Welt spielen und sich möglicherweise auch überschneiden. Dieses Konzept adaptiert man nicht nur von aktuellen Erfolgen der Marvel-Comicverfilmungen, sondern es war auch schon bei den Originalfilmen wie FRANKENSTEINS HAUS (House of Frankenstein – 1944) Thema.

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Der Film DRACULA UNTOLD (2014), eine Art Prequel der Dracula-Geschichte, galt ursprünglich als Startschuss zu dieser neuen Monster-Franchise von Universal, doch das enttäuschende Ergebnis an den Kinokassen führte wohl dazu, dass man den Film eher außen vor lässt.
Luke Evans, der im Film die titelgebende Rolle innehatte, gab nun in einem Interview zu verstehen, dass seine Beteiligung aber noch nicht vom Tisch sei:

“There have been talks and conversations. I think the bigger picture is exciting for all the monsters that they own. There is talk about it. I just don’t know how it will all manifest itself. I think it will happen and I think they’re just working out how these monsters interact and how they end up in the same realm with eachother. If they can stick Captain America in a scene with Iron Man and Thor, I think you can definitely put Wolf Man, the Invisible Man, The Mummy and Dracula in the same film aswell.”

Manuel Föhl

Komplettboxen von FRANKENSTEIN und DER WOLFSMENSCH in Amerika erschienen

Vor kurzem veröffentlichte Universal in den USA jeweils eine Komplettbox für ihre ikonischen Figuren Frankenstein und Wolfsmensch. Auf insgesamt je acht Discs findet man alle Filme, in denen die Figuren mitgespielt haben. Beim Kauf beider Boxen hat man somit den Fall, dass man Filme wie FRANKENSTEIN TRIFFT DEN WOLFSMENSCHEN (Frankenstein meets the Wolf Man – 1943) oder FRANKENSTEINS HAUS (House of Frankenstein – 1944) doppelt besitzen wird.

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Für deutsche Fans gibt es hierzu eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass laut bisheriger Informationen die Blu-rays codefrei sind, also auch problemlos auf Blu-ray-Playern hierzulande abspielbar sind. Die schlechte für Fans der Synchronisation, dass man weniger überraschend natürlich jeweils nur die Originalspur der Filme auf den Scheiben findet.
Ob eine ähnliche Veröffentlichung der Filme auch hierzulande geplant wird, ist bisher nicht bekannt. Ein Vorbild könnte die Veröffentlichung von DER UNSICHTBARE sein, die vor kurzem von Turbine Media alle sechs Filme in Deutschland in einer Box mit ausführlichem Booklet ihren Fans bescherte.

Manuel Föhl

ZWÖLF UHR MITTAGS bekommt ein Remake

Während aktuell DIE GLORREICHEN SIEBEN (The Magnificent Seven – 1960) ihre Rückkehr ins Kino feiern, soll auch ein weiterer Western-Klassiker auf die große Leinwand zurückkehren: ZWÖLF UHR MITTAGS (High Noon – 1952). Anders als das Original soll der Film aber in der Jetztzeit angesiedelt sein und das Szenario an einer von Kartellen kontrollierten Grenze zwischen Mexiko und den USA ausspielen:

Es ist der Tag seiner Hochzeit, an dem sich Sheriff Kane entscheiden muss, ob er sich der Rache des gefürchteten Mörders Miller stellen soll oder dem Bitten seiner jungen Frau Amy nachgeben und die Stadt verlassen soll.

Das damalige Original wurde von Fred Zinnemann inszeniert und konnte vor der Kamera unter anderem schauspielerische Schwergewichte wie Gary Cooper, Gene Kelly, Lon Chaney jr. und Lloyd Bridges versammeln. Ein besonderer Clou des Films war, dass er in Echtzeit erzählt wurde. Der Stellenwert des Films ist bis heute ungebrochen. Vom American Film Institute wurde das Werk 2007 auf Platz 27 der 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten gesetzt.

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Ob dem ein Remake gerecht werden kann? Mit der Veränderung des Grundszenarios entfernt man sich zumindest schon deutlich vom Original. Es bleibt abzuwarten, inwiefern man sich bei der Figurenzeichnung am Original orientieren wird und ob die Erzählung wieder in Echtzeit stattfinden wird.

Manuel Föhl

DER MÜDE TOD auf Blu-ray erschienen

Während in Deutschland Fritz Langs DER MÜDE TOD (1921) nur auf DVD erschienen ist – wir hatten diese DVD in Ausgabe #14 ausführlich vorgestellt – hat man dem Werk nun im amerikanischen Ausland eine Blu-ray spendiert.

 

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Unter dem englischen Titel „Destiny“ wurde der Film dort vom Label ‚Kino Lorber‘ hochauflösend in den Handel gebracht. Die Zwischentitel wurden hierbei auf Deutsch belassen, was nicht immer so gehandhabt wird. Der Haken an der Veröffentlichung ist, dass die Disc US-üblich mit Ländercode A versehen ist. Für den europäischen Markt und für europäische Player sind in der Regel nur Blu-rays mit Ländercode B abspielbar.

Für den deutschen Zuschauer gleicht es eher einer Farce, dass ein deutscher Film, der mit Fördermitteln von hier restauriert wurde, hierzulande nur auf DVD erscheint. Abhilfe könnte aber die Ankündigung seitens des englischen Labels Eureka Entertainment schaffen, die angekündigt haben den Film als Teil ihrer Masters-of-Cinema-Reihe zu veröffentlichen. Wann und wie genau steht aber noch nicht fest.

 

Manuel Föhl

Retrospektive der Nordischen Filmtage begibt sich dieses Jahr in fremde Welten

Auch dieses Jahr bieten die Nordischen Filmtage in Lübeck, vom 02. bis 06. November, neben ihrem abwechslungsreichen Hauptprogramm eine Retrospektive an. Diese läuft in diesem Jahr unter dem Titel „In fremden Welten – In Different Worlds“. Dabei sollen Filme aufgegriffen werden, in denen sich Skandinavier aufmachten, um fremde Länder zu entdecken und zu erkunden.

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So wird es als Stummfilmevent MIT SVEN HEDIN DURCH ASIENS WÜSTEN (1929) zu entdecken geben.

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In dem Film wurde der schwedische Forscher Sven Hedin 1927/28 von dem Kameramann Paul Lieberenz auf seiner Expedition durch Innerasien von Peking nach Urumtschi begleitet. Anlass der Expedition waren die Pläne von Lufthansa, eine direkte Fluglinie zwischen Berlin und Peking zu installieren. Deshalb mussten meteorologische Beobachtungen gemacht werden, Wetterstationen aufgebaut und das Gelände auf geeignete Flugplätze untersucht werden. Es sind aber weniger die Forschungen, die im Mittelpunkt des Filmberichts stehen, als vielmehr die vorwärtsziehende Karawane, die neben den insgesamt 27 Forscher aus nicht weniger als 300 Kamelen und zahlreichen Helfern bestand. Als Höhepunkt des Films gilt ein dramatischer Sandsturm.
Lotte Eisner meinte zu dem Film damals: „Dieser Expeditionsfilm mit Sven Hedin durch die Wüsten bedeutet mehr als eine Schau schöner Bilder. In der Wiedergabe des dokumentarischen Vorgangs ist er von der Spannung erfüllt, die nur Tatsachen geben können.“

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Ein weiterer Film der Retrospektive wird WINDJAMMER (1957/58) von Louis de Rochemont sein, ein Werk über eine Atlantikreise mit dem Segelschulschiff ‚Christian Radich‘. Des Weiteren werden auch aktuelle Dokumentationen aus den letzten Jahren gezeigt. Begleitend zur Retrospektive wird auch zum dritten Mal das »Lübeck Film Studies Colloquium« organisiert, das sich an (Film-)Wissenschaftler und Studenten richtet.

Manuel Föhl