35 Millimeter

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Das Retro Film Magazin

Die kommenden Remakes von Universals Horror-Klassikern

Schon seit einigen Jahren plant Universal, die hauseigenen alten Horrorikonen auf die große Leinwand zurück zu bringen. Typisch für die heutige Zeit soll dieses Phänomen natürlich in einem gemeinsamen ‚Cinematic Universe‘ stattfinden, wo die Einzelfilme in derselben Welt spielen und sich möglicherweise auch überschneiden – ein Konzept, das nicht nur den Erfolg der aktuellen Marvel Comicverfilmungen aufgreift, sondern das auch schon bei so manchem Originalfilm, wie in FRANKENSTEINS HAUS (House of Frankenstein – 1944), angewandt wurde.

Der Film DRACULA UNTOLD (2014), eine Art Prequel der Dracula-Geschichte, galt ursprünglich als Startschuss zu diesem neuen Monsterfranchise von Universal, doch das enttäuschende Einspielergebnis an den Kinokassen führte wohl dazu, dass der Film nun eher außen vor gelassen wird.

 

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Bisher offiziell angekündigt und in Produktion ist stattdessen ein Remake zu DIE MUMIE (The Mummy – 1932). Das Original von Karl Freund mit Boris Karloff als titelgebendem Monster wurde bereits in den 40er Jahren neuverfilmt und fortgesetzt. Zuletzt gab es 1999 mit Arnold Vosloo als Mumie und Brendan Fraser in der Rolle des Helden ein actionreiches und unterhaltsames Remake, das später noch zwei mehr oder weniger gelungene Fortsetzungen (ein mehrteiliges Spin-Off und eine Zeichentrickserie) nach sich zog. Das nun erscheinende Remake soll im Sommer 2017 in die Kinos kommen und wird von Alex Kurtzman inszeniert. Es spielt in der heutigen Zeit und wird Tom Cruise als Protagonist (in der Rolle eines Soldaten) die diesmal weibliche Mumie (gespielt von Sofia Boutella) ‚entdecken‘ lassen. Spekulationen zu Folge verbirgt sich hinter Tom Cruises Rolle die Figur des Van Helsing, da Cruise für diesen Charakter schon vor ein paar Jahren in Verhandlungen stand. Van Helsing wäre als Bindeglied zwischen den einzelnen Filmen denkbar – ein Gerücht, das bisher jedoch nicht bestätigt wurde.

Des Weiteren scheint eine erneute Verfilmung von DER UNSICHTBARE (The Invisible Man – 1933) in aktiver Vorbereitung, weil verkündet wurde Johnny Depp für die Hauptrolle verpflichtet zu haben. Wann der Film in die Kinos kommt und wer Regie führen wird, ist aber noch offen. Das Original entstand damals unter der Regie von James Whale, der auch bei FRANKENSTEIN (1931) und FRANKENSTEINS BRAUT (Bride of Frankenstein – 1935) auf dem Regiestuhl Platz genommen hatte.

Bereits im November des letzten Jahres wurde bekannt, dass Universal darüber hinaus gerne Angelina Jolie für jene Braut von Frankenstein engagieren würde, was bisher aber nicht weiter kommentiert wurde.

Manuel Föhl

Jörg Mathieu 24. Februar 2016 1 Comment Permalink

DIE RACHE DER GALERIE DES GRAUENS: Anolis Entertainment präsentiert Genre-Klassiker aus den 50ern

Bereits 2009 und 2011 hatte das Label Anolis Entertainment mit den beiden – schon in ihrem Titel vielversprechenden – Filmboxen „Galerie des Grauens“ und „Die Rückkehr der Galerie des Grauens“ Filmfans eine Möglichkeit geboten, außergewöhnliche und beliebte Filme aus dem Horror- und Science Fiction-Genre der 50er Jahre in einer Box zu sammeln. Das Konzept: Der Käufer erhält bereits mit dem Erwerb des ersten Films die leere Box, welche zusätzlich für die folgenden neun Veröffentlichungen Platz bietet!

 

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Den Beginn der in diesem Jahr neu erscheinenden Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“ macht der Film DER FLUCH DES DÄMONEN (Night of the Demon – 1957). Der Horror-Klassiker von Regisseur Jacques Tourneur, welcher beispielsweise auch KATZENMENSCHEN (Cat People – 1942) inszenierte, wird als DVD und Blu-ray veröffentlicht. Damit wird ein Manko der letzten Reihen ausgebügelt, wo sich die Veröffentlichungen auf das DVD-Format beschränkten. Nicht alle Titel der Reihe sollen aber in beiden Formaten veröffentlicht werden. Die Ausgabe von DER FLUCH DES DÄMONEN wird neben der um 15 Minuten kürzeren amerikanischen Fassung auch die ungekürzte Originalfassung beinhalten. Zudem werden neben einem Booklet auch ein Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad sowie die Dokumentation SPEAK OF THE DEVIL auf den Disks zu finden sein.

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Als zweiter Titel der Reihe wurde bereits Roger Cormans PLANET DER TOTEN SEELEN (War of the Satellites – 1957) angekündigt, welcher im März folgen soll.

Das 35-Millimeter-Retro-Filmmagazin wird die Veröffentlichungen dieser Reihe im Magazin ausführlich besprechen. Eine erste Erwähnung wird DER FLUCH DES DÄMONEN bereits in der kommenden Ausgabe „Film im Exil“ erhalten, denn der Produktionsdesigner Ken Adam, ein Exildeutscher, schuf das Szenenbild für Tourneurs Film.

Manuel Föhl

Quelle: http://www.likemovies.de/aktuelles/horror-reihe-die-rache-der-galerie-des-grauens-startet-kuerze/

Eureka Entertainment veröffentlicht DER MANN MIT DER KAMERA als 4-Disc-Set

Im Rahmen seiner Masters-of-Cinema-Reihe wird das englische Label Eureka Entertainment am 18. April dieses Jahres Dziga Vertovs Meisterwerk DER MANN MIT DER KAMERA (Chelovek s kino-apparatom – 1929) veröffentlichen.

Das insgesamt vier Disks umfassende Set wird neben dem Hauptfilm auf Blu-ray und DVD auch die weiteren Vertov-Filme KINO-AUGE (Kinoglaz – 1924), KINO-PRAVDA #21 (1925), DIE DONBASS-SINFONIE (Simfoniya Donbassa/Entuziazm – 1931) und DREI LIEDER ÜBER LENIN (Tri pesni o Lenine – 1934) beinhalten.

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Bereits zuvor hat das BFI (British Film Institute) DER MANN MIT DER KAMERA auf Blu-ray veröffentlicht – konnte damals jedoch nur auf ein 2K-Master zurückgreifen. Eureka Entertainment profitiert nun von der Neu-Restaurierung des Films, die in Zusammenarbeit des EYE Film Instituts aus Amsterdam und der französischen Produktionsfirma Lobster Films entstand und die in Frankreich bereits auf Blu-ray erschienen ist.

Neben einem neuen Audiokommentar des Filmwissenschaftlers Adrian Martin und einem Video-Interview mit Filmhistoriker Ian Christie über Vertovs Karriere wird das Set mit einem hundertseitigen Booklet bestückt sein.

Manuel Föhl

Olivia de Havilland erhält Oldie-Award

Die Schauspielerin Olivia de Havilland hat den Oldie-Award 2016 verliehen bekommen. Das britische Satiremagazin „The Oldie“ vergibt diese ironisch gemeinten Preise jedes Jahr an Künstler im hohen Alter, um gegen Altersdiskriminierung zu protestieren.

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Olivia de Havilland lebt derzeit in Frankreich und konnte nicht an der Zeremonie teilnehmen. Sie ließ aber die Nachricht überbringen, dass sie „absolut entzückt“ ist, dass die Preisrichter diese Auszeichnung als noch nötig für sie erachteten. Olivia de Havilland ist mittlerweile 99 Jahre alt und feiert im Juli ihren 100. Geburtstag. Auch bekannte und angesehene Preise haben ihre Karriere längst gekrönt. Sie wurde schon fünfmal für den Oscar nominiert, das erste Mal für ihre Darstellung der Melanie Hamilton in VOM WINDE VERWEHT (Gone with the Wind – 1939). Gewonnen hat sie die prestigeträchtige Statue für MUTTERHERZ (To Each His Own – 1946) und DIE ERBIN (The Heiress – 1949).

Übrigens wird das 35 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin ihr in seiner 15. Ausgabe, welche im Juni erscheint, die Titelstory widmen.

Manuel Föhl

Filmmusik der SISSI-Trilogie erscheint auf CD

Filmmusik der SISSI-Trilogie erscheint auf CD

Die Originalaufnahmen der Filmmusik von SISSI (1955) gelten schon lange als verschollen. Im Oktober letzten Jahres wurde nun die Musik aus allen drei Filmen in mehreren Suiten zusammengefasst und mit dem aus Hollywood bekannten Komponisten und Orchestrierer Conrad Pope in Wien neueingespielt – am selben Ort, in der Synchronhalle, an dem auch seinerzeit der ursprüngliche Komponist der Sissi-Musik Anton Profes seine Partitur einspielen durfte.

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Das Ganze wird am 5. Februar als „Sisi – The Movie Trilogy Suite“ (Die Schreibweise mit einem „s“ ist aus historischen Gründen gewollt) auf CD veröffentlicht. Glücklich dürfen sich Besucherinnen des Wiener Opernballs schätzen, denn diese bekommen (in limitierter Ausführung) ein Exemplar der Musik als ‚Damenspende‘ geschenkt. Der Ball feiert damit sowohl den 60. Geburtstag des Films als auch seines eigenen Balls. Auch in seinem Programm wird der berühmte Walzer aus der Verfilmung zu finden sein.

Manuel Föhl

März 2016: Filmfarbenkonferenz in London

Das British Film Institute (BFI), die Colour Group und die HTW Berlin laden zu einer Filmfarbenkonferenz am 2./3. März 2016 in London.

Bereits Anfang 2015 veranstaltete das BFI eine erste derartige Konferenz unter dem Titel ‚Colour in Film‘. Die Veranstaltung, welche enthusiastisch aufgenommen wurde, behandelte die Restaurierung von Film im Bezug auf die Relevanz der Farbe – ein Projekt, das zwei von Grund auf separate Forschungsbereiche konstruktiv fusionierte. Organisiert wurde das Symposium von der international aufgestellten Colour Group, eine transdisziplinäre Gemeinschaft, welche Experten aus allen Feldern der Farbforschung zusammenbringt.

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Veranstaltungen dieser Art sollen nun regelmäßig stattfinden und die Farbe im Film zu einem regulären wissenschaftlichen Ereignis machen, um so auch die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Farbfilm-Restauratoren und den Farbwissenschaftlern zu stärken. Die Konferenz wird am 2. März um 14 Uhr direkt im BFI in Southbank beginnen. Das Programm beinhaltet die Vorführung ausgewählter Farbfilme, welche jeweils durch einen Experten eine kurze Einführung erhalten. Am nächsten Tag wird es mit ganztägigen Präsentationen von 9 bis 17 Uhr im Friends House nahe der Londoner Euston Station weitergehen.

BFI stellt die zehn besten Farbsysteme vor     

Anlässlich der Ankündigung der Filmfarbenkonferenz in London am 2. und 3. März hat das BFI auch eine Liste mit den zehn besten Farbsystemen online gestellt. Wer bisher nur von Tinting oder Viragierung und Technicolor gehört hat – mit Technicolor beschäftigte sich seinerzeit Ausgabe #8 des 35 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin ausführlich – sollte ein Blick darauf werfen: http://www.bfi.org.uk/news-opinion/news-bfi/lists/10-best-film-colour-systems

Manuel Föhl

Fritz Langs DER MÜDE TOD kommt im März auf DVD

Nach der Weltpremiere der neu restaurierten Fassung von Fritz Langs DER MÜDE TOD (1921) am 12. Februar auf der Berlinale und der Ausstrahlung von ARTE am 15. Februar wird Universum den Film am 11. März auch auf DVD veröffentlichen. Eine Veröffentlichung auf Blu-ray ist bisher nicht geplant.

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Für Fans der hochauflösenden Scheibe bleibt zu hoffen, dass das englische Label Eureka Entertainment in seiner Masters-of-Cinema-Serie im Laufe des Jahres nachziehen wird. Wir halten Sie darüber auf dem Laufenden.

Der Film erzählt – wie es der Untertitel besagt – ein deutsches Volkslied in sechs Versen“, in dem eine junge Frau (Lil Dagover) ihren Ehemann (Walter Janssen) vom Tod (Bernhard Goetzke) zurückfordert. DER MÜDE TOD ist vor allem aufgrund seiner reichen Bildgestaltung bekannt und wird nach der digitalen Restaurierung endlich wieder seinen historischen Farbglanz besitzen, nachdem bisher nur noch Schwarz-Weiß-Kopien des Films existiert hatten.

35 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin stellt den Film in Ausgabe #13 ausführlich vor und spricht mit der Restauratorin Anke Wilkening (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung) über ihre Arbeit. In Ausgabe #14 schauen wir uns die DVD genauer an und werden diese dann auch verlosen.

Manuel Föhl

BFI bringt Abel Gances NAPOLEON zurück auf die Leinwand

Das British Film Institute hat bekannt gegeben, dass man plane Abel Gances Epos NAPOLEON (1927) im Laufe des Jahres nochmals landesweit in England in die Kinos zu bringen und zeitgleich auf DVD und Blu-ray zu veröffentlichen.

In Abel Gances NAPOLEON wird der Aufstieg Bonapartes, beginnend mit seiner Ausbildung an einer Kadettenschule, bis zum Italienfeldzug behandelt. Ursprünglich sollten dem Film fünf weitere Teile folgen, eine Idee, die aufgrund der immensen Kosten verworfen wurde. Technisch war der Film vor allem für seinen Schnitt und den Einsatz von Handkameras seiner Zeit voraus. Einzelne Teile wurden von Hand koloriert. Besonders prägend war Gances Wunsch, die letzte Rolle des Films mit Hilfe von Polyvision als eine Art Triptychon darzustellen.

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Damit endet ein Projekt, das über 50 Jahre in Arbeit war. Der 2010 mit einem Ehrenoscar ausgezeichnete Filmhistoriker Kevin Brownlow sah den Film zum ersten Mal als Schuljunge 1954 als 9,5mm Kopie. Seitdem befindet er sich auf der Suche nach den verloren geglaubten Teilen des Films. Bereits 1980 wurde auf dem BFI London Film Festival eine restaurierte Fassung des 5 ½-stündigen Werkes gezeigt – ein Jahr bevor Abel Gance starb. Bei der damaligen Veröffentlichung 1927 lief der Film nur in acht europäischen Städten. Als sich Metro-Goldwyn-Mayer die Filmrechte sicherte, wurde der Film (nach seiner vollständigen Vorführung in London) stark gekürzt. Diese Fassung wurde darauf in wenigen Kopien in den USA vertrieben, fand aber auch dort durch den aufkommenden Tonfilm kein Publikum mehr.

Nach 1980 folgten 1983 und 2000 weitere Restaurierungen, nachdem man in der Cinémathèque Française in Paris weiteres Material auffinden konnte. Im kommenden Herbst soll nun ganz England in den Kinogenuss des ganzen Filmes kommen. Die Premiere soll Anfang November in der Royal Festival Hall in London stattfinden und von einer Live-Performance von Carl Davis‘ Komposition von 1980 (die längste je für einen Stummfilm komponierte Filmmusik) durch das Philharmonia Orchestra begleitet werden.

Quelle:http://www.theartsshelf.com/2016/01/28/abel-gances-napoleon-to-receive-nationwide-theatrical-and-home-entertainment-releases/

Manuel Föhl