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Das Retro Film Magazin

BERLINALE 2015 – Boulevard der Stars

11. Februar 2015 | 1 Comment

Pünktlich zur Berlinale wird Berlin jedes Jahr für einige Tage zu einem der wichtigsten Zentren des nationalen und internationalen Films. Doch auch den Rest des Jahres ist Berlin für Filmliebhaber eine Reise wert: Zahlreiche Originalschauplätze locken genauso wie die Nähe zum Filmpark Babelsberg und das Museum für Film und Fernsehen. Direkt in dessen Nachbarschaft gibt es seit einigen Jahren ein auf den ersten Blick sehr unscheinbares Denkmal für den deutschen Film: den Boulevard der Stars.

Stars-2012_Liste1_Seite_1_1Ganz nach dem Vorbild des berühmten Walk of Fame in Hollywood findet sich also mitten in Berlin ein Gehweg mit Sternen, die bedeutenden deutschen Filmschaffenden gewidmet sind. 101 berühmte Namen sind hier zu finden – Schauspieler und Regisseure genauso wie Produzenten und Kameraleute. Versehen sind die Sterne, neben dem Namen, mit der Funktion des jeweiligen Stars, seinem Geburts- und eventuell Todesjahr sowie einer Reproduktion der Unterschrift.

Die Auswahl von Stars und Sternchen zieht sich dabei quer durch die deutsche Film- und Entertainmentgeschichte. Den chronologischen Anfang macht sicher der gebürtige Berliner Max Skladanowsky. Gemeinsam mit seinem Bruder Emil Skladanowsky gehört er zu den Pionieren des bewegten Bildes und schrieb so, parallel und oft überschattet vom weit größeren Erfolg der Gebrüder Lumière, Filmgeschichte.

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Doch auch zahlreiche weitere Regisseure der ersten 70 Kinojahre entdeckt man zwischen zeitgenössischen Namen wie Til Schweiger und Christoph Waltz: hier der Stern von Max Ophüls, dort der von Ernst Lubitsch. Thea von Harbou ist genauso auf dem Boulevard der Stars vertreten wie Fritz Lang. Beim gemütlichen Flanieren entdeckt der Besucher auch den Komponisten Werner Richard Heymann und den Kameramann Karl Freund. Und noch so viele weitere mehr.

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Was der Boulevard leider nicht bietet, sind weiterführende Informationen über seine Stars. Aber natürlich sorgt genau das beim gemeinsamen Besuch für Gespräche über bekannte und unbekannte Namen, bekannte und unbekannte Filme. Und schließlich gilt in den Zeiten des allgegenwärtigen Smartphones: Ein Name und was dahinter steckt ist sehr schnell nachgeschaut. Als kleines Gimmick bietet der Boulevard der Stars Fotostationen, mithilfe derer sich der Besucher gemeinsam mit Mario Adorf, Hildegard Knef oder jedem anderen vertretenen Star ablichten kann. Durch einen kleinen optischen Trick werden beim Blick durch diese Stationen die Stars auf ihren Sternen stehend gezeigt – Fotografieren erlaubt und erwünscht! Mehr als ein netter Gag ist das allerdings nicht, da die Qualität der Bilder leider nur mäßige Ergebnisse erlaubt.

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Neben der Qualität der Fotostationen ist es ein bisschen schade, dass einige der Sterne ebenfalls bereits deutliche Abnutzungserscheinungen zeigen. Trotzdem ist der Boulevard der Stars ein nettes (und kostenloses!) Ausflugsziel für Filmenthusiasten, die sich wieder einmal an den einen oder anderen berühmten Namen von damals und heute erinnern möchten.

Barbara Scherer

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